SCHWERPUNKT 3
SICHERHEITS- UND LERNKULTUR
Proaktive Sicherheitskultur entwickeln
Wenn die Unsicherheit steigt, wird Sicherheit zum Megatrend. Und weil kontrollorientierte Regulierung an Grenzen stößt, braucht es flexible Formen. Eine lernfähige, proaktive Sicherheitskultur tastet ihr Umfeld sehr genau auf Veränderungen ab und deutet diese frühen Signale. Im Kontext von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz sind diese irritationsbereiten Formen eines "kollektiven Sensemakings" erfolgskritisch.
Sicherheitskultur – viel mehr als Arbeitsschutz
Das Thema geht also weit über den klassischen Arbeitsschutz produktionsintensiver Betriebe hinaus. Unsere Kunden kommen aus dem IT-Bereich, dem Bankwesen, der Baubranche, dem Gesundheitsbereich, dem Kinder- und Jugendschutz oder der Verwaltung. Sie alle beschäftigt, wie Prozesssicherheit, Risikomanagement, Cybersicherheit, Datenqualität, Compliance und die Prüfung und Revision sicherheitskritischer Prozesse unter Bedingungen von Unsicherheit noch gewährleistet werden können.
Performancefragen zusammendenken

Kultur-Diagnose
Kulturentwicklung beginnt damit, sich einen Spiegel vorzuhalten. Und da das aus externer Perspektive einfacher fällt, führen wir für eine erste Standortbestimmung Kultur-Diagnosen durch. Dies geschieht z.B. mit Hilfe von qualitativen Interviews oder Fokusgruppen.
(1) Qualitative Interviews zur Kultur-Analyse (2) Kultur-Dialoge (3) Musteranalysen von unerwarteten Ereignissen (4) Experteneinschätzungen

Kulturwandel begleiten
Kulturentwicklungsprozesse erfordern intensive Arbeit mit den Führungsteams. Wir moderieren die Zielbildentwicklung und bringen Erfahrung mit. Wir arbeiten mit operativen Führungsteams und gestalten Lernprozesse, die individuelles und organisationales Lernen miteinander verzahnen.
(1) Kick-offs zur Entwicklung des Zielbildes und der Veränderungsstrategie (2) Regelmäßige Workshops mit dem Leitungsteam (3) Arbeit mit den betrieblichen Führungsteams (4) Entwicklung von Praktiken zur Steigerung der Lernfähigkeit und Resilienz (5) Leading und Lagging Indicators zur Wirksamkeitskontrolle

Experten in ihre neue Rolle bringen
Experten fragen sich nicht erst seit KI, wie sie ihr Fachwissen in komplexen Organisationen anschlussfähig machen. Wie können sie als "Change Agents" den notwendigen Kultur- und Führungswandel anstoßen?
(1) Interne Qualifizierung: Vom Fachexperten hin zum Prozessbegleiter im Kulturwandel (2) Entwicklung interner Communities von Fachexperten (auch themenübergreifend) (3) Workshops mit Fachexperten: Wie werden wir wirksamer in der Organisation?
Dafür ist es notwendig, tief verwurzelte Steuerungs- und Organisationsvorstellungen zu hinterfragen und dem Reflex zu rein kontrollorientierten Sicherheitsstrategien zu widerstehen. Fragen der Sicherheit, Qualität, des Risikomanagements, der Leistung, Produktivität und Lernfähigkeit hängen eng zusammen und können nicht mehr voneinander getrennt behandelt werden. In unserer Arbeit kombinieren wir deshalb wissenschaftliche Erkenntnisse des High Reliability Organizings, Resilience Engineerings mit anderen systemischen Ansätzen zu High Performance, organisationaler Lernfähigkeit und Agilität.

Was ist das Problem?
Kontrollorientierte Strategien versagen
Gerade wenn sich die Bedingungen schneller verändern, versagen rein kontrollorientierte Strategien in der Sicherheitsarbeit. Mehr Regeln und mehr Standards führen dann nicht mehr zu mehr Sicherheit, sondern zu aufgeblasenen Regelwerken, die niemand mehr versteht und denen niemand mehr folgt. Ungewollt führen sie zum Gegenteil dessen, was man erreichen wollte: Mitarbeitende machen Dienst nach Vorschrift, statt aufmerksam mitzudenken. Führungskräfte kontrollieren Vorgaben, obwohl alle wissen, dass diese nur auf dem Papier existieren.
Was ist eine proaktive Sicherheitskultur?
Unter Sicherheitskultur verstehen wir die kollektiven Muster und Verhaltensweisen, wie sich Führungskräfte und Mitarbeitende mit Sicherheitsfragen beschäftigen. Eine proaktive Sicherheitskultur zeichnet sich dadurch aus, dass in einer Organisation viel dafür getan wird, sich im ganz normalen Alltag und ohne dass etwas vorgefallen ist, mit Besonderheiten und kleinen Abweichungen zu beschäftigen, um frühzeitig zu bemerken, dass sich die Bedingungen verändert haben und ein Sicherheitsrisiko besteht.

"Mehr Aufmerksamkeit für Besonderheiten und mögliche Frühsignale. – Das hört sich trivial an, ist aber gar nicht so einfach umzusetzen und im Unternehmensalltag durchzuhalten. Denn diese Art zu arbeiten erfordert, dass Zeit und Aufmerksamkeit für Kommunikation investiert werden. Und das gerät schnell in Konflikt mit anderen Unternehmenszielen, wie etwa Schnelligkeit, Produktivität oder Kundenzufriedenheit.
So stößt man bei Prozessen zur Entwicklung der Sicherheitskultur schnell an zentrale Widersprüche und Spannungsfelder in Organisation und Führung. Die intensive, offene und auch schonungslose Bearbeitung dieser Fragen im Leitungsteam ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Prozess."
5-Stufenmodell der Sicherheitskultur:
Eingespielte Muster sichtbar machen
Die Entwicklung einer proaktiven Sicherheitskultur kann nur gelingen, wenn Führungsteams den Unterschied zu anderen Verhaltensmustern verstehen.
Als Hilfestellung habt ICL das 5 Stufenmodell mit der Glasdecke entwickelt. Die Stufen "uninteressiert", "reaktiv", "regelorientiert", "proaktiv" und "wertschöpfend" stellen fünf typische, eingespielte Verhaltensmuster im Umgang mit Unsicherheit, Unerwartetem und Komplexität nebeneinander. Gerade zu Beginn eines Prozesses hilft das, die eigenen Verhaltensmuster sichtbar und vergleichbar zu machen. Die Glasdecke zwischen den Stufen regelorientiert und proaktiv verdeutlicht, dass eine proaktive Sicherheitskultur nur dann gelingt, wenn Führungskräfte ihr zugrunde liegendes Steuerungsverständnisses reflektieren.
Unsere Version des 5 Stufenmodell wurde von der DGUV übernommen und flächendeckend für die Kulturentwicklung in ganz Deutschland empfohlen.

ICL TOOLBOX
Erprobte Instrumente für nachhaltige Veränderung
Unsere selbst entwickelten Tools zur Entwicklung der Sicherheitskultur
sind in der Praxis seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz.
Gemeinsames Assessment zur Kultur-Diagnose der internen kollektiven Fitness
Unerwartete Ereignisse zur Organisationsdiagnose der Muster im Umgang mit Unsicherheit und Komplexität
Qualifizierung für interne Fachexperten zum Beispiel aus HR, Innovation, HSE, Risikomanagement, Compliance
"Das von ICL entwickelte Stufenmodell der Sicherheitskultur und die Kultur-Dialoge wurden von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) aufgegriffen und über die Berufsgenossenschaften in Deutschland flächendeckend etabliert."

In den letzten 20 Jahren haben wir unseren Ansatz immer weiter verfeinert und ausgebaut. Wir nutzen in unserer Arbeit die wissenschaftlichen Erkenntnisse des High Reliability Organizing (HRO) und des Resilience Engineering (RE) und Human and Organizational Performance (HOP). Wir kombinieren diese mit systemischen Ansätzen zu Führung, Organisation und Change Management, um nachhaltigen Kulturwandel zu erzeugen.

























