Resiliente Prüfung in Zeiten von Unsicherheit

Aktualisiert: vor 10 Stunden
Fallbeispiel aus unserer Praxis
Entwickeln eines resilienten Prüfverständnisses
Die Revision in einer Bank hat den Auftrag, eine proaktive Risikokultur zu fördern, die stärker auf materielle, das heißt auf tatsächlich relevante Risiken fokussiert.
Während klassische Formen der Prüfung auf Vollständigkeit und Richtigkeit setzen, erfordert ein Umfeld mit hoher Dynamik und komplexen Abhängigkeiten Formen des Prüfens, die sich stärker auf die jeweilige Prüfungssituation und die relevanten, materiellen Risiken einstellen.
Das erfordert von der Abteilung, ihr eigenes Steuerungs- und Prüfverständnis zu hinterfragen und ein neues Zielbild zu formulieren. ICL hat das Führungsteam bei der Frage unterstützt, wie dieses neue Rollenverständnis aussieht und Schritt für Schritt sowohl intern als auch in der Zusammenarbeit mit den Fachbereichen umgesetzt werden kann.

Leistungen
(1) Konzeptionelle Unterstützung bei der Entwicklung eines Zielbildes
In einem ersten Schritt wird in einem kleineren Kernteam das Zielbild konkretisiert. Wie sieht zum einen eine proaktive Risikokultur aus und was sind Schlüsselsituationen in der Zusammenarbeit von Revision und Fachbereichen, in denen der gewünschte Unterschied sichtbar bzw. erlebbar werden sollte?
(2) Interviewserie für eine erste Bestandsaufnahme
Es wurden qualitative Interviews mit Mitarbeitenden und Führungskräften aus der Revision und angrenzenden Bereichen durchgeführt: Was sind typische Muster zurzeit und wie sind sie entstanden? In welchen Situationen werden die gewünschten Muster bereits gelebt? Was sind Muster, die eine Weiterentwicklung unwahrscheinlicher machen?
(3) Arbeit mit dem Führungsteam an zugrunde liegenden Kernparadoxien
In wiederkehrenden Workshops arbeiten wir mit dem Führungsteam. Zum einen erörtern wir gemeinsam die grundlegenden Prämissen der Prüfung, die mit dem neuen Anspruch auf den Kopf gestellt werden (siehe Bild). Dabei stehen 4 Fragen im Vordergrund:
(1) Wie prüfen wir Risiken, wenn diese sich verändern?
(2) Wie fördern wir durch unsere Prüfungen die überlebensnotwendig werdende Resilienz und Fähigkeit zum Umgang mit Unsicherheit, unerwarteten Risiken etc.?
(3) Wie gehen wir mit Widersprüchen bzw. Spannungsfeldern um, die uns bei unserer Arbeit mit internen Stakeholdern und Prüferwartungen der gesetzlichen Regulatoren begegnen?
(4) Wie gestalten wir den schrittweisen Wandel (intern Revision, in der Zusammenarbeit mit Stakeholdern, Rahmenbedingungen)?
(4) Workshops mit den Fachbereichen: Reflexion der Zusammenarbeit und Herausforderungen im Umgang mit dem neuen Prüfverständnis
Darüber hinaus moderieren wir kurze Workshops mit den Fachbereichen. Auf der Basis des Zielbildes und der damit verbundenen Spannungsfelder (z.B. Verbindlichkeit von Regeln vs. notwendige Flexibilität; Effizienz vs. Sorgfalt etc.) reflektieren die Teilnehmenden konkrete Prüfungsereignisse: Welche typischen Muster sehen wir? Was sind tiefer liegende Erklärungen und Zusammenhänge dafür? Was kann jeder von uns in Zukunft tun, um dem Zielbild näher zu kommen?



